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„Wir proben ein wenig, trinken viel Wein und machen ganz viel Urlaub“ – Mit dieser Ansage ging es für uns, das Orchester des Collegium musicum Bonn, vom 9. bis 15. Juni 2019 nach Bella Italia, genauer nach Chianciano Terme in der Toskana. Nach nur 18 Stunden Busfahrt erreichten wir unser gemütliches Hotel, wo uns um Mitternacht zum Glück noch ein verspätetes Abendessen geboten wurde. Viel Zeit für Schlaf blieb nicht, denn am nächsten Morgen brachen wir bereits früh mit unseren Instrumenten in die Kleinstadt Montepulciano auf. Dort durften wir im Palazzo Ricci der europäischen Akademie für Musik und darstellende Kunst Montepulciano proben.

Natürlich schätzten wir die laut Website des Palazzos „strategische Lage auf dem Hügel“ direkt am Piazza Grande, allerdings erst nachdem sämtliches Gepäck inklusive großer Trommel hinaufgeschafft war. Der Montag verlief dann wie die meisten Tage der Reise: wir probten zusammen, erkundeten in kleineren Truppen Montepulciano, genossen das italienische Essen und machten dann in kleineren Gruppen Kammermusik bis in die Nacht. Nach einer kurzen Probe besichtigten wir am Dienstag das sehr kleine Pienza und das etwas größere Montalcino. Gottseidank ohne Instrumentenkoffer genossen wir dort die Aussicht über die toskanische Höhenlandschaft und schlenderten, mit dem Ziel uns zu möglichst vielen Weinproben überreden zu lassen, durch die idyllischen Städtchen.

Mittwoch war volles Tourismusprogramm angesagt – eine von Orchestermitgliedern eigens vorbereitete Stadtführung durch Florenz – inklusive Besichtigung der Domkuppel von Brunneleschis für die besonders Motivierten.

Für Donnerstagmorgen war schon die Generalprobe für unsere beiden Konzerte in Chianciano Terme und Montepulciano angesetzt. Leider waren nicht alle Stimmgruppen vollständig besetzt, weswegen das Posaunenregister zum Beispiel durch einen waschechten Italiener ergänzt wurde. Der Mangel an Schlagzeugern wurde dadurch behoben, dass Christian, Lukas und Philipp, ihres Zeichens eigentlich Holzbläser, spontan an der großen Trommel und am Becken eingesprungen sind. Nach den Konzerten ließen wir uns von der Abendstimmung in Chianciano anstecken und verbrachten den späteren Abend auf dem Marktplatz bei italienischer Livemusik.


Ob der Grund nun der italienische Rotwein, die intensiven Proben oder die ausgelassenen Tanzabende waren, als Orchestermitglied hatte plötzlich jeder das Gefühl, ein bisschen mehr dazu zu gehören. Denn aus „der Querflöte in der Mitte“ oder „der Geige da hinten links“ wurden Freunde mit Namen und Geschichte, von denen man sich nach unserer ebenfalls 18 Stunden langen Rückfahrt nur schwer verabschieden konnte.