Prof. Dr. Hans-Jacob Krümmel
Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität (1979-1981)
Grußwort zu der 1980 erschienenen Schallplatte des Collegium musicum

 

1980. LP Musik in der Universität Bonn

Musik als lebendige Kunstübung ist ein hervorstechendes Kennzeichen des geistigen Lebens an der Universität Bonn. In den verschiedensten musikalischen Gruppierungen des Collegium Musicum finden sich zahlreiche Mitglieder der Universität zusammen, um außerhalb ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit als anspruchsvolle Amateure — nicht als Dilettanten — Musik zu pflegen. Abends zur Semesterzeit kann man das Hauptgebäude der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, das ehemalige kurfürstliche Schloß zu Bonn, nicht betreten, ohne aus irgendeinem Raum Musik zu vernehmen. Da schallen Orgeltöne aus der Schloßkirche, da probt eine Kammermusikgruppe im Festsaal, da arbeitet das große Orchester des Collegium Musicum an einem Konzert in der Aula, da hört man Chorgesang aus einem der Hörsäle, da dringt Jazzmusik aus den Kellergewölben.

Musik in der Bonner Universität gibt es fast seit ihrem Gründungsjahr. Schon fünf Jahre später, 1823, berief der Rektor der Universität einen Universitätsmusikdirektor für die Leitung des akademischen Musikwesens.* Wenige Jahre später berichtet ein Zeitgenosse: ,,Der akademische Musikverein gab die Winterkonzerte, welche großen Beifall fanden, und übte auf das sittliche Leben der Studenten einen veredelnden Einfluß aus, so daß derselbe von dem Rector magnificus A.W. von Schlegel eine Zierde der Universität genannt wurde.“

Auch heute ist das Collegium Musicum „eine Zierde der Universität“. Es ist aus einem Instrumentalensemble von etwa 20 Studenten, die sich 1953 zum Musizieren vorwiegend älterer Musik zusammenfanden, hervorgegangen und inzwischen auf einen Kreis von ungefähr 300 aktiven Mitgliedern gewachsen. Unter der Leitung des akademischen Musikdirektors, Professor Dr. Emil Platen, hat das Collegium Musicum sich mit Konzerten seiner Orchester, Chöre und Kammermusikgruppen in der Universität, in der Stadt Bonn und darüber hinaus im In- und Ausland einen vorzüglichen Ruf erworben.

Die vorliegende Schallplatte bietet einen Einblick in die gegenwärtige Arbeit des Collegium Musicum. All denen,die an der ,,Musik in der Universität Bonn“ mitgewirkt haben, sei sie lebendige Erinnerung. Den Freunden, Förderern und Gästen der Universität sei sie Dankesgabe.

Die Universität Bonn dankt der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Bonn“ von Herzen dafür, daß sie die Herstellung dieser Schallplatte großzügig ermöglicht hat.

Hans-Jacob Krümmel
Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität


* Anmerkung der Redaktion: Heinrich Carl Breidenstein (1796-1876)
Laut Angabe in der Neuen Deutschen Biographie wurde Breidenstein bereits 1822 zum Universitätsmusikdirektor berufen.
Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 572 [Onlinefassung];
URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd119059231.html

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