Von Marika Gonther

„So ein Orchesterwochenende, das schweißt zusammen. Da macht man nochmal einen richtigen Sprung vorwärts in den Stücken.“ Das sagen viele gerade über Orchesterwochenenden, die auswärts stattfinden. Gerne in einer Jugendherberge, irgendwo etwas abgeschieden, wo man sich ganz auf die Musik, das Proben und das soziale Miteinander konzentrieren kann.

Orchester des Collegium musicum, Probenwochenende in Lindlar

Und tatsächlich ist das auch so! Vom 14. bis zum 16. Juni 2013 konnten die OrchestermusikerInnen des Collegium Musicum diese Erfahrung wieder einmal selbst machen und sowohl musikalisch als auch sozial davon profitieren.

Wir fuhren mit unserem Dirigenten André Kellinghaus in die oberbergische Gemeinde Lindlar, um hier gemeinsam an unserem Programm für die Semesterabschlusskonzerte am 17.7 und 18.7. 2013 zu proben.

Wir kamen in der Jugendherberge Lindlar unter. Doch dort proben wäre schwierig geworden, da bereits das Orchester des Aachener Collegium Musicum die möglichen Proberäume mit Musikern füllte. Umso besser, dass wir das Kulturzentrum Lindlar mit seinem großen, hellen Saal und der wunderbaren Akustik für unsere Proben nutzen konnten. Hier war auch genug Platz für unser gesamtes Schlagwerk – denn immerhin arbeiten wir dieses Semester an einem „Amerikanischen Programm“, welches ordentlicher Rhythmusinstrumente bedarf.

Bereits die Anfahrt gestaltete sich teilweise abenteuerlich. Einige von uns, die weder mit Autos noch per Rad anreisten, nutzten den Nahverkehr, um nach Lindlar zu kommen. Die Verbindung wäre gut gewesen, wären nicht Streckensperrungen dazwischen gekommen. So saßen ungefähr 20 MusikerInnen samt Gepäck und Instrumenten nach drei Stunden immer noch in Köln. Doch ließen wir uns die Laune nicht verderben, konnten uns austauschen und Witze machen. Der Orchesterzusammenhalt wuchs weiter, als wir von tapferen Autofahrern schließlich in mehreren Fuhren in Engelskirchen abgeholt wurden. Das Schlagwerk und die Tuba waren zum Glück in einem Transporter der Universität nach Lindlar gefahren worden.

Nachdem alle angekommen waren, konnten wir bereits am Freitag Abend proben. Anschließend saßen wir noch gemütlich beisammen und tauschten uns über die Stücke oder auch die verschiedenen Anfahrten aus.

Den Samstag verbrachten wir mit intensivem Proben. Es ist enorm, wie viel konzentrierte die Probenarbeit verläuft, wenn wir gemeinsam an einem anderen Ort sind. Ich habe das Gefühl, dass man das normale Uni- und Alltagsleben hinter sich lassen kann und sich nochmal besser auf die Stücke einlässt.

Neben regulären Tutti-Proben, hatten wir Zeit für Streicher- und Bläserproben aber auch für selbstständige Ensemble-Proben.

Wir kamen in unserem Programm – Gershwin: Kubanische Ouvertüre, Gershwin: Concerto in F für Klavier und Orchester, Bernstein: West Side Story – Sinfonische Tänze – ein sehr gutes Stück vorwärts, entwickelten immer mehr Spaß an den rhythmischen Figuren und den mitreißenden Melodien und viele von uns hatten sicherlich noch bis zur nächsten regulären Mittwochsprobe den einen oder anderen Ohrwurm.